Die Namen könnten auch aus Tolkiens „Herr der Ringe“ sein, tatsächlich aber sind Moray und Maras zwei der spannendsten Orte im Heiligen Tal und stumme Zeugen der Jahrtausende alten Kultur, die heute noch prägend ist für Land und Leute.

Moray

Moray ist eine beeindruckende Anlage aus der Inka-Zeit, die über eine staubige und steinige Piste mit dem Auto erreicht werden kann. Die Anlage besteht aus unterschiedlich terassierten Feldern, die meisten davon konzentrisch angeordnet. Die Terassen sind in einem erstaunlich guten Zustand, die Anlage insgesamt beeindruckend in ihrer Größe. Durch die Terassierung und konzentrische Anordnung enstehen auf den verschiedenen Ebenen unterschiedliche Mikroklimaten. Daher gibt es zur Geschichte der Anlage die Vermutung, dass sie den Inka als landwirtschaftliches Versuchsfeld gedient haben muss. Selbstverständlich kann man die Anlage selbst nicht betreten (nur auf den angelegten Wegen), von daher konnten wir die Unterschiede der mikroklimatischen Bedingungen nicht selbst erfahren.

Maras

Unterhalb des kleinen Andendorfs liegen in einem Taleinschnitt mit klimatisch trockenen und heißen Bedingungen die Salzpfannen von Maras. Diese werden bis heute von einer Gemeinschaft der Menschen aus dem Dorf bearbeitet und dort verschiedene Salze gewonnen. Es wird vermutet, dass sich die Salzgewinnung in Maras bereits weit vor der Inka-Zeit etabliert und die verschiedenen Epochen bis heutzutage überdauert hat. Man kann die Salinas von zwei Seiten aus erreichen: entweder über die Straße von der Hochebene aus (von hier kommen die meisten Tourist:innen mit den Servicio Touristico Kleinbussen an), oder aber zu Fuß aus dem Urubamba-Tal einen schmalen, steilen und staubigen Weg hinauf. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und hatten die Anlage somit die meiste Zeit ganz für uns alleine. Ein schöner Lohn für den schweißtreibenden Vormittag.

Ärgerliches

Seit wir Urubamba in Richtung Ollantaytambo verlassen haben, laufen einige Dinge nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt haben. Ärgerliche Begebenheiten gehören auf einer langen Reise dazu, gerade kumulieren sie aber ein bisschen zu sehr. Zunächst hatten wir zum zweiten Mal eine schlechte Erfahrung mit einem Gastgeber bei Airbnb. Dieser war für uns nicht zu erreichen, da der Akku seines Handys im Zuge eines längeren Stromausfalls im ganzen Tal leer war. Er seinerseits hat keinen alternativen Weg gefunden, sich bei uns zu melden. Leider war die Wegbeschreibung bei Airbnb nicht wirklich brauchbarund wir verbrachten einige Zeit in Ollantaytambo, um einen Zugang zur gebuchten Hütte zu finden. Leider ohne Erfolg. Am Ende ist uns nichts anderes übrig geblieben, als eine neue Unterkunft zu buchen und uns dort einzuquartieren.

Wir haben den Eindruck, dass die einheimische Bevölkerung ziemlich genervt ist von dem ganzen Treiben der Tourist:innen, die Ollantaytambo überwiegend als Zwischenstop auf dem Weg nach Machu Picchu nutzen. Viele wirken gestresst. So hatten wir einmal mehr einige anstrengende Begegnungen mit wild überholenden Autofahrer:innen. On top hat uns heute eine Kuh mit ihren Hörnern beinahe den linken Außenspiegel abgerissen, da ihr rabiater Besitzer diese viel zu nah an unserem Auto vorbei getrieben hat. Mit viel Glück ist der Spiegel noch dran, aber die Aufregung hätte es nicht gebraucht.

Aufbruch „nach Hause“

Morgen früh beginnen wir unsere knapp 1000 Kilometer lange Rückfahrt aus dem Andenhochland zurück nach Lima zu Annette und Stefan. Wir haben dafür vier Tage Zeit und sind gespannt, für uns neue und insgesamt etwas unbekanntere Ecken Perus erkunden zu können.

2 Kommentare

  1. Also in Cusco haben wir gelernt, dass die Inka schwere Steine über Holzstämme gerollt haben. An anderen Ausgrabungsstätten allerdings sind bis zu 5 Tonnen schwere Blöcke hoch oben auf dem Berg verbaut, das gibt heute noch unlösbare Rätsel auf

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